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Der Messerschmied

 Das Schmiedehandwerk war in unserer Kultur bis vor kurzem noch fest verwurzelt. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es in jedem Dorf einen Schmied, der die Pferde mit Hufeisen beschlug, die Sensen dengelte und die wichtigsten landwirtschaftlichen Geräte herstellen und instand halten konnte. Der Messerschmied ist ein Handwerker, der sich auf die Herstellung von Messern und Klingenwerkzeugen spezialisiert hat. Messer und Schneidwerkzeuge sind schon immer und in allen Kulturen verbreitet. Sie verkörpern ein Gefühl der Macht, gelten als Kunstobjekte und sind Multifunktionswerkzeug. Früher war es für die Menschen sehr wichtig ein Messer mit der notwendigen Schärfe zu besitzen und so mancher konnte so sein Leben retten. Häufig ist das über Jahrhunderte gesammelte und nur über praktische Arbeit vom Meister zum Lehrling weitergegebene Wissen verloren gegangen. Über mehrere Jahrhunderte hatte sich der Beruf des Messerschleifers in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert geschaffen.

Heute ist der Beruf des Messerschmieds vom Aussterben bedroht, denn meist wird die Kunst des Messerschmiedens oft nur als Hobby oder aus Tradition erlernt und ausgeführt. Sogar die Berufsbezeichnung wurde Ende 1980 durch die Bezeichnung “Schneidwerkzeugmechaniker” ersetzt.

Ebenso ist die Arbeit des Messerschleifers in den heutigen Tagen sehr stark in Verruf geraten, da immer mehr ungelernte Kräfte “Ambulante Schleifer” ihre Dienste direkt an der Haustüre anbieten. Die Stiftung Warentest hat im September 2009 ebendiese “fahrenden Gesellen” getestet und ein vernichtendes Urteil gefällt. Das Testergebnis können sie hier gerne nachlesen.

Umso stolzer sind wir vom Regensburger Messerservice RMS darüber, dass wir seit immerhin 85 Jahren diese Tradition in der Familie weitergeführt haben. Der Zeitungsauschnitt belegt die Geschäftserweiterung des Urgroßvaters Karl Peinl am 01. Mai 1927, damals noch in Karlsbad. Als Sudetendeutscher siedelte Karl Peinl mit seiner Familie nach Donaustauf um, wo sein Sohn Josef 1948 die Messerschmiede Peinl gründete. 1957 begann der junge Manfred Lack als erster Lehrjunge seine Ausbildung, die er 1962 mit bestandener Prüfung abschloss.

Mit großem Einfallsreichtum und Engagement baute sich Josef seinen Kundenkreis weit über die Grenzen Regensburgs hinaus auf. Er baute den Beiwagen seines Motorrads zu einer Art Seifenkiste um, damit er die Messer seiner Kunden transportieren konnte. Somit blieb für seine Gattin nur der Platz auf dem Sozius, was für die damalige Zeit ein sehr ungewöhnlicher Anblick gewesen sein dürfte.

Sein Schwiegersohn Heinz absolvierte dann doch erst eine Schlosserlehre. Als Josef Peinl 1972 stirbt, macht Heinz seine Meisterprüfung als Messerschmied und übernimmt den Betrieb unter dem Namen Heinz Kiermeier. Er baute die Firma weiter auf und vererbte seine Liebe zum Beruf an seinen Sohn Stefan weiter, der 1985 seine Lehre als Messerschmied begann und mit Bravour meisterte. Nachdem er 1994  seine Meisterprüfung -unter der neuen Berufsbezeichnung- abgelegt hatte, dauerte es ganze 9 Jahre bis er in dem Jungen Thomas Meichau 2003 einen Lehrling fand, der als Schneidwerkzeugmechaniker eine zweite Ausbildung vollendete.

Da Stefan Kiermeier 2003 die Firma Kiermeier Stanzformen e. K. übernahm und diese erweiterte, fiel Thomas 2008 die Aufgabe zu, den neuen Lehrling in die Kunst des Messerschleifens einzuweisen. Mit Jörg Schäfer kam ein Unikat zu uns nach Regensburg, dass seinesgleichen sucht. Er absolvierte seine Ausbildung mit Auszeichnung und verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 31.08.2014. Wir wünschen Jörg alles Gute für seine weitere Zukunft und behalten ihn in guter Erinnerung.