Werkzeuge

Was ist eigentlich eine “Stanzform” auch “Bandstahlschnitt”?
Eine Stanzform hat die Aufgabe einzelne Konturen bzw. Zuschnitte aus einem Bogen herauszustanzen.
Der Bogen kann dabei gleichzeitig gerillt, geritzt, geschnitten, perforiert oder geprägt werden.
 
Die Stanzform besteht immer aus den 3 Rohmaterialien:
 

Trägerplatte

Holz = Trägerplatte:

  • als lebendiger Werkstoff in den verschiedensten Stärken. Am gängigsten sind 9mm,  12mm, 15mm und 18mm je nach Stanzmaterial einsetzbar. In die schichtverleimten ( hitzebeständig bis zu ~1.100 grad ) Sperrholzplatten werden mit dem Laser Linien geschnitten bzw. gebrannt, in die die verschiedenen  Stahllinien eingesetzt werden können.

Stanzlinien

Stahl = Stanzlinien:

  • in Form des Bandstahls als Meterware oder als Coil ( Rolle ).Es gibt sie in verschiedenen Messerhöhen, Messerhärten und Schneidengeometrien.
     Schneidlinien werden verwendet um das Material komplett zu durchtrennen. Die Höhe und Härte richtet sich nach dem zu verarbeitetem Stanzgut. Eine besondere Form der Schneidlinie ist die Ritz-Linie, bei der nur die Oberfläche des Materials “angeritzt” wird, um eine sauberere Faltung zu gewährleisten.
  • Rilllinien haben an der Oberseite eine bogenförmige Abrundung um das Material zu quetschen. Durch die dadurch entstehende Rillung kann das Material leichter gefaltet werden.
  • Perforierlinien sind Schneidlinien mit unterbrochener Schneide. Es folgt auf jedes Stück Schneide eine kurze Lücke, dann wieder ein Stück Schneide. So entsteht beim gestanzten Produkt eine Perforation, wie man sie z.B. bei Kinokarten zum abreißen verwendet.

Auswerfermaterial

Gummi = Auswerfermaterial:

  • Gummi in verschiedenen Formen und Härtegraden werden rechts und links entlang der schneidenden Linien aufgeklebt. Der Gummi verteilt den Druck gleichmässig und drückt das Material von der Schneidlinie ab. Der Gummi kann von Hand oder mit einem Wasserstrahlschneider geschnitten werden, auf die Arbeit des Gummis hat es aber keinen Einfluß.
  • Profilgummis unterscheiden sich -wie der Name sagt- durch ihr Profil. Profilgummis gibt es mit und ohne Nase, man verwendet diese wenn an der Linie eine Zurichtung vorgesehen ist. Ebenso gibt es sie keilförmig oder rund, je nach Einsatzart. Vossen Profitec hat den “Clean Cut Rubber” erfunden, der im Gegensatz zu den anderen Gummis in eine Kunststoffschiene geklickt wird, welche vorher auf das Holz der Stanzform geklebt wurde. So soll das Einreißen der Außendecke (besonders bei Wellpappe) verhindert werden.
  • Vollflächige Gummierung verwendet man bei schwierigeren, feineren Formen um den Druck gleichmässig auf die gesamte Oberfläche des Materials zu verteilen. Eine Verbesserung dazu bietet sich mit der Kaschierung einer “harten” Oberfläche, wobei das Werkzeug vollflächig mit einer Art Kunststoffplatte beklebt wird.

Egal um welche Art der Gummierung es sich handelt: Prinzipiell können “alle” eingesetzten Linien gummiert werden.